Ziel dieses Tutorials
In diesem Tutorial geht es darum, wie Sie ein bereits installiertes und laufendes OpenClaw-System in tricoma konfigurieren.
Voraussetzung ist:
- OpenClaw ist bereits installiert
- der Chat funktioniert bereits
- der Agent ist schon angelegt
- das System l?uft entweder auf Ihrem eigenen System oder auf einem von tricoma eingerichteten virtuellen Server
1. Wo findet die Konfiguration statt?
Die Konfiguration erfolgt im tricoma Connector ? Agent Core.
Dort verwalten Sie unter anderem:
- Agenten
- MCP-Server
- Rechte
- MD-Dateien
- Logs
- Cronjobs
- Tokenverbrauch
2. Was ist ein MCP-Server?
Der MCP-Server ist die Schnittstelle zwischen dem KI-Modell und tricoma.
Einfach gesagt:
- das KI-Modell denkt
- der MCP-Server liefert die Werkzeuge
- ?ber diese Werkzeuge kann der Agent in tricoma arbeiten
Der MCP-Server ist dabei ein Standard, der nicht nur mit tricoma-Agenten, sondern auch mit anderen Tools genutzt werden kann, zum Beispiel mit Entwicklungswerkzeugen wie Cursor oder Claude Code.
3. Zugangsdaten und Tokens richtig verstehen
Im System gibt es einen Master-Token und zus?tzlich eigene Tokens pro Agent.
Warum ist das wichtig?
Sie sollten nicht allen Agenten denselben Master-Token geben.
Gr?nde:
- mehrere Agenten w?rden sich gegenseitig in die Quere kommen
- Aktionen w?ren schwerer nachvollziehbar
- die Protokollierung w?rde un?bersichtlich werden
Empfehlung:
Jeder Agent sollte immer nur seinen eigenen Token erhalten.
So k?nnen Sie sp?ter sauber nachvollziehen:
- welcher Agent was gemacht hat
- wann etwas passiert ist
- welche ?nderungen durchgef?hrt wurden
4. Rechte nur sehr gezielt vergeben
Das Rechtesystem in tricoma ist sehr umfangreich und genau das ist ein gro?er Vorteil.
Ein Agent sollte nur die Rechte bekommen, die er wirklich braucht.
Beispiel:
Wenn ein Agent nur Produkttexte aktualisieren soll, dann geben Sie ihm nur Rechte wie:
- Produkte ausw?hlen
- Produkte aktualisieren
Aber nicht zus?tzlich:
- Kategorien neu anlegen
- Bilder l?schen
- andere Bereiche ver?ndern
So vermeiden Sie, dass ein Agent versehentlich Dinge ver?ndert, die er gar nicht ver?ndern sollte.
5. Empfehlung: Klein anfangen
Gerade am Anfang sollten Sie die Rechte sehr vorsichtig vergeben.
Gute Vorgehensweise:
- nur wenige Rechte aktivieren
- testen, wie der Agent arbeitet
- Verhalten beobachten
- danach schrittweise weitere Rechte erg?nzen
So bekommen Sie Sicherheit im Umgang mit dem System.
6. Besser mehrere spezialisierte Agenten anlegen
Statt mit einem einzigen Agenten mit allen Rechten zu arbeiten, ist es sinnvoller, mehrere spezialisierte Agenten zu verwenden.
Beispiele:
- ein Agent nur f?r Produktdaten
- ein Agent nur f?r Buchhaltung
- ein Agent nur f?r bestimmte Auswertungen
Vorteil:
Jeder Agent arbeitet nur in seinem Bereich und kann keinen Schaden in anderen Bereichen verursachen.
Das entspricht dem Prinzip eines normalen Unternehmens: Auch ein Mitarbeiter aus der Buchhaltung bekommt nicht automatisch Zugriff auf die Produktpflege.
7. KI-Agenten in tricoma verwalten
Im Bereich der KI-Agenten k?nnen Sie verschiedene Dinge festlegen:
- Servername
- Pseudonym
- Avatar
- tricoma-Anbindung
Wenn die tricoma-Anbindung aktiviert wird, wird die Verbindung zum MCP-Server f?r den Agenten eingerichtet.
8. Wichtig: ?nderungen an Rechten werden nicht immer sofort erkannt
OpenClaw arbeitet mit Zwischenspeicherung.
Das bedeutet:
- Sie ?ndern Rechte im System
- der Agent erkennt diese ?nderung eventuell nicht sofort
Typisches Problem:
Der Agent sagt, er habe keine Berechtigung, obwohl die Rechte bereits gesetzt wurden.
L?sung:
- Agent anweisen, seine Tools neu abzurufen
- gegebenenfalls OpenClaw neu starten
- alternativ den Dienst neu laden
Das ist kein Fehler in tricoma, sondern h?ngt mit dem Caching des Systems zusammen.
9. MD-Dateien ? das Wissen und die Arbeitsanweisungen
Die sogenannten MD-Dateien sind zentrale Definitions- und Anweisungsdateien f?r Ihre Agenten.
Man kann sie vereinfacht als eine Art Gehirn / Grundwissen / Arbeitsanweisung verstehen.
Darin k?nnen Sie zum Beispiel hinterlegen:
- wer Ihre Firma ist
- was Sie verkaufen
- auf welchen Marktpl?tzen Sie arbeiten
- wie Produktpflege aussehen soll
- welche Regeln gelten
- wie ein Agent grunds?tzlich arbeiten soll
Diese Inhalte helfen dem Agenten, Ihre Firma und Ihre Abl?ufe besser zu verstehen.
10. Threads ? aktive Verbindungen pr?fen
Im Bereich Threads sehen Sie, ob ein Agent aktuell mit tricoma verbunden ist.
Das ist hilfreich, wenn Sie pr?fen m?chten:
- ob die Verbindung noch aktiv ist
- ob ein Agent erreichbar ist
- ob der Agent noch arbeitet
11. Logs ? alles nachvollziehen
tricoma bietet sehr umfangreiche Protokolle.
Wichtige Log-Bereiche:
Prozesslogs
- zeigen allgemeine Abl?ufe
- zum Beispiel Chatnachrichten, ausgel?ste Prozesse oder Aufgaben?bergaben
MCP-Logs
- zeigen konkrete Aktionen
- zum Beispiel Insert, Update, Antworten oder Befehlsausf?hrungen
Detaillogs
- f?r tiefergehende Analysen
- zeigen, welche Daten genau ?bertragen wurden
- zeigen, welche Informationen der Agent erhalten hat
- zeigen, was im Detail passiert ist
Damit k?nnen Sie sp?ter nachvollziehen:
- was passiert ist
- warum es passiert ist
- ob ein Agent oder ein Mitarbeiter etwas ge?ndert hat
12. Cronjobs ? wiederkehrende Aufgaben automatisieren
Mit Cronjobs k?nnen Sie Aufgaben automatisch in festen Intervallen ausf?hren lassen.
Beispiele:
- t?gliche Erinnerungen
- regelm??ige Pr?fung von Produkten
- wiederkehrende Datenpflege
- automatische Nachrichten zu bestimmten Uhrzeiten
Sie definieren daf?r:
- einen Titel
- einen Prompt
- einen Zeitplan
Dann wird dieser Prompt automatisch zu den festgelegten Zeiten ausgef?hrt.
13. Heartbeat besser deaktivieren
Neben Cronjobs gibt es auch den sogenannten Heartbeat.
Was macht der Heartbeat?
Der Heartbeat pr?ft regelm??ig automatisch, ob es neue Aufgaben gibt.
Problem:
Dabei wird jedes Mal sehr viel Kontext mitgeladen und verarbeitet.
Das f?hrt zu:
- hohem Ressourcenverbrauch
- sehr hohem Tokenverbrauch
- unn?tigen Kosten
Empfehlung:
- Heartbeat deaktivieren
- stattdessen Cronjobs verwenden
Das ist deutlich effizienter und kosteng?nstiger.
14. Warum Cronjobs besser sind
Cronjobs sind gezielte und planbare Aufgaben.
Im Gegensatz zum Heartbeat senden Sie nicht st?ndig allgemeine Pr?fungen ins System, sondern nur genau die Aufgaben, die wirklich gebraucht werden.
Das spart:
- Tokens
- Kosten
- Rechenleistung
15. Tokenverbrauch ?berwachen
Im Bereich Tokenverbrauch k?nnen Sie sehen:
- wie viele Aufrufe erfolgt sind
- wie viele Tokens verbraucht wurden
- wie stark ein Agent das System nutzt
Das ist besonders wichtig, um Kosten im Blick zu behalten.
16. Ergebnislogs pr?fen
In den Ergebnislogs sehen Sie die Antworten, die vom Agentensystem zur?ckgeliefert wurden.
So k?nnen Sie besser nachvollziehen:
- was der Agent gemacht hat
- welche Ergebnisse erzeugt wurden
- welche R?ckmeldungen das System gegeben hat
17. Fazit zur Konfiguration
Die Konfiguration im Agent Core ist sehr umfangreich, aber genau das macht das System so leistungsf?hig.
Besonders wichtig sind:
- saubere Rechtevergabe
- eigene Tokens pro Agent
- spezialisierte Agenten
- Nutzung von MD-Dateien
- Protokolle zur Kontrolle
- Cronjobs statt Heartbeat
- Tokenverbrauch im Blick behalten
Empfehlung f?r die Praxis:
- Agent anlegen
- nur wenige Rechte vergeben
- Agent klar auf einen Aufgabenbereich begrenzen
- mit Testaufgaben arbeiten
- Logs pr?fen
- schrittweise erweitern
So bauen Sie ein stabiles und sicheres System auf.
Kurzfassung
OpenClaw in tricoma wird im Agent Core konfiguriert. Dort legen Sie fest:
- welche Agenten es gibt
- welche Rechte diese haben
- welche Tokens genutzt werden
- welche Arbeitsanweisungen gelten
- welche Aufgaben automatisch ausgef?hrt werden
- und wie alles protokolliert wird
Die wichtigste Empfehlung lautet:
klein starten, Rechte gezielt vergeben, mehrere spezialisierte Agenten nutzen und Heartbeat deaktivieren.